Industrieketten

Stahldraht-Seile

Unser Programm umfasst Lösungen für die Verwendung von Drahtseilen als:

  • Anschlagseile und Grummets – Verbindung zwischen der Last und dem Hebezeug,
  • Laufende Seile – konfektionierte Windenseile (drehfrei /nicht drehfrei), Meterware, und Zubehör,
  • Stehende Seile – Abspann- oder Schrankenseile, konfektioniert, Meterware und Zubehör.

Drahtseilausführungen

Von uns verwendeten Drahtseile sind Rundlitzenseile aus runden Stahldrähten und entsprechen den Konstruktionsklassen nach DIN EN 12385. Die Herstellung der Seile erfolgt in zwei Verseilschritten. In dem ersten Verseilschritt entsteht die Litze. Runde Stahldrähte werden in mindestens einer Lage um einen Kern verseilt. Die Verseilrichtung der Drähte um den Kern (in der Regel Runddraht) beschreibt eine Schraubenlinie. Die schraubenförmige Richtung der äußeren Drähte einer Litze wird mit „z“ für rechtsumlaufend und „s“ für linksumlaufend angegeben. Diese Rundlitzen werden im zweiten Verseilschritt schraubenlinienförmig um eine Seileinlage geschlagen (verseilt). Als Seileinlage werden Faserstoffe, Stahldrähte oder deren Kombination verwendet.

Schlagrichtung

Die Schlagrichtung oder Gängigkeit des Seiles, ist die Richtung der Schraubenlinie der Litzen. Die Schlagrichtung der Litzen wird mit „Z“ für rechts- und „S“ für linksumlaufend angegeben.

Schlagarten

Die Schlagart beschreibt die Lage der Verseilrichtung und Schlagrichtung zueinander.

Kreuzschlag

Die Verseilrichtung der äußeren Drähte der Litze verläuft entgegengesetzt der Schlagrichtung der Litzen im Seil. Die möglichen Varianten sind Kreuzschlag rechtsgängig „sZ“ oder Kreuzschlag linksgängig „zS“.

Gleichschlag

Die Verseilrichtung der äußeren Drähte der Litze ist gleich der Schlagrichtung der Litzen im Seil. Die Kennzeichnungen für Seile mit Gleichschlag sind rechtsgängig „zZ“ oder linksgängig „sS“.Die Eigenschaften von Seilen werden durch die Konstruktion ihrer Litzen beeinflusst.

Verseilarten der Litze

Litzen mit einer Drahtlage Eine Drahtlage wird um die Einlage verseilt. Kreuzverseilung „M“ Die Litze enthält mindestens zwei Drahtlagen über der Einlage. Die Drähte der übereinanderliegenden Drahtlagen kreuzen sich bei punktförmiger Auflage zu einander. Verbundverseilung „N“ Die Litzen bestehen aus mindestens drei verseilten Drahtlagen. Zwei aufeinander folgende Lagen sind parallel verseilt und berühren sich linienförmig. Mindestens eine weitere Drahtlage, wird mit Kreuzschlag in gleicher Richtung über die parallel verseilten Innenlagen geschlagen. Litzen mit Parallelverseilung Mindestens zwei aufeinander liegenden Drahtlagen sind parallel zu einander auf der Einlage verseilt. Die Drähte berühren sich linienförmig.

Konstruktionen der Parallelverseilung

Seale „S“ Anzahl der Innen- und Außendrähte ist in den einzelnen Lagen gleich. Der Durchmesser ist in jeder Lage gleich groß, jedoch bei den Außendrähten ist der Durchmesser größer gegenüber dem Durchmesser der Innendrähte. Die Außendrähte liegen in den Gassen der Innendrähte. Das Seil ist verschleißfest und gut biegsam. Warrington „W“ Die Drähte der inneren Drahtlage haben den gleichen Durchmesser. Außenlage besteht aus der doppelten Anzahl von Drähten, abwechselnd mit großem und kleinem Durchmesser. Der dickere Außendraht liegt in der Gasse der Innendrähte, der dünnere Außendraht liegt auf den Innendrähten. Seile mit Warrington Litzen sind biegsamer als Seale Seile. Filler „F“ Die äußere Drahtlage besteht gegenüber der inneren Lage aus der doppelten Anzahl von Drähten, abwechselnd, mit großem und kleinem Durchmesser. Der dünnere Außendraht, der Fülldraht, liegt in der Gasse der Innendrähte, der dickere Außendraht liegt in der Gasse die von dem Fülldraht und dem Innendraht gebildet wird. Diese Seile verfügen über sehr gute Dauerbiegeeigenschaften. Warrington-Seale „WS“ Kombination, bestehend aus Innenlage Warrington mit Außenlage Seale. Diese Seile sind bei hoher Verschleißfestigkeit besonders biegsam. Formlitze Als Dreikantlitze mit Runddrähten, die um eine dreieckige Einlage aus Rund- oder Formdraht verseilt werden bzw. Flachlitzen mit einer Einlage aus Flachdraht.

Drehfreie /nicht drehfreie Seile

Drehfreies Seil Ein Stahldrahtseil ist drehfrei, wenn das Seil unter Einwirkung einer ungeführten Last sich nicht oder kaum um die eigene Längsachse dreht bzw. ein sehr geringes Drehmoment auf die Endbefestigungen ausübt. Dies wird dadurch erreicht, dass bei drehfreien Seilen der Seilkern eine entgegengesetzt gerichtete Schlagrichtung zur Schlagrichtung des Seils aufweist. Bei Belastung entstehen somit zwei entgegengesetzt gerichtete Drehmomente. Verwendung drehfreier Seile: • Heben einer ungeführten Last im 1-Strang-Betrieb • Heben einer ungeführten Last mit mehreren Seilsträngen und großen Hubhöhen • Drehfreie Seile dürfen mit und ohne Seilwirbel (Drallfänger) arbeiten.  Nicht drehfreie Seile (spannungsarm, dreharm) Ein Stahldrahtseil ist dreharm, wenn das Seil unter Einwirkung einer ungeführten Last sich etwas um die eigene Längsachse dreht bzw. ein kleines Drehmoment auf die Endbefestigung ausübt. Verwendung nicht drehfreier Seile: • Heben von geführten Lasten • Heben von ungeführten Lasten mit mehreren Seilsträngen und kleinen Hubhöhen (z.B. Elektrozüge) • Heben von Lasten mit paarweisem Einsatz von rechts- und linksgängigen Seilen • Nicht drehfreie Seile dürfen nicht mit Seilwirbel (Drallfänger) arbeiten. Spannungsfreie Seile Ein Stahldrahtseil ist spannungsfrei, wenn beim Durchschneiden die Drähte auch ohne Abbindung nicht oder kaum aus dem Seilverband herausspringen und das Seil ausgezogen gerade ohne Rückfederung liegen bleibt.

Allgemeine Verwendung von Stahldrahtseilen

Vor der ersten Benutzung sollte sichergestellt werden, dass der Lieferumfang sowie das Herstellerkennzeichen und das Kennzeichen für die Tragfähigkeit auf dem Anschlagseil mit den Angaben auf der Herstellerbescheinigung, Lieferschein übereinstimmen. Anschlagseile sind für die vorgesehene Anschlagart und erforderliche Tragfähigkeit auszuwählen und dürfen nicht über die Tragfähigkeit, entsprechend der Tragfähigkeitstabelle belastet werden. Drahtseile unter 8 mm Durchmesser dürfen nicht als Anschlagseile für allgemeine Hebezwecke verwendet werden. Im Einsatz dürfen Drahtseile nicht geknotet werden und nicht über scharfe Kanten gespannt oder gezogen werden. Eine scharfe Kante liegt vor, wenn der Radius der Kante kleiner als der Seildurchmesser ist. Bei Lasten mit scharfen Kanten dürfen Anschlagseile nur eingesetzt werden, wenn die gefährdeten Stellen mit Kantenschonern geschützt sind. Kantenschoner sollten auch eingesetzt werden, um Beschädigungen an der Last zu vermeiden. Spleiße und Pressklemmen dürfen nicht an Kanten der Last, in Kranhaken oder in die Bucht der Schnürung gelegt werden. Das Kürzen der Seile durch Umschlingen des Kranhakens sowie das Verdrehen der Seile ist verboten. Aufhängeglieder müssen auf dem Kranhaken frei beweglich sein. Anschlagseile sollten weder in säurehaltige Lösungen eingetaucht noch säurehaltigen Dämpfen ausgesetzt werden. Der Öffnungswinkel der Schlaufen darf 20° nicht überschreiten, (Breite des Kranhakens maximal 1/3 der Schlaufenlänge).

Lagerung

Drahtseile werden in geschützten, trockenen, staubfreien, schwach beheizten Räumen gelagert.Lasten dürfen nicht auf Anschlagseile abgesetzt werden.

Wartung, Fetten

Gefettete Seile müssen zur Minderung der inneren und äußeren Reibung nachgefettet werden. Das Schmiermittel verringert die Abnutzung und schützt das Seil vor Korrosion.

Prüfung

Es dürfen keine augenfälligen Mängel festgestellt werden. Vor jeder Verwendung müssen Drahtseile auf offensichtlichen Verschleiß untersucht werden. Falls Zweifel an der Sicherheit bestehen, das Seil einer weiteren Verwendung entziehen und eine Untersuchung durch einen Sachkundigen durchführen lassen. Die regelmäßige Prüfung durch den Sachkundigen muss in Abständen innerhalb von 12 Monaten erfolgen. Die Prüfung umfasst die Sichtkontrolle des Seiles auf Drahtbrüche, Verschleiß und Korrosion. Die Ablegekriterien entsprechend DIN 15020, VDI 2358, BGR 500, BGR 151 und zusätzliche Angaben des Kran- bzw. Seilherstellers sind zu beachten. Alle Beschlagteile müssen frei beweglich sein.

Bei Feststellung folgender Mängel ist das Seil ablegereif und der weiteren Benutzung zu entziehen:

  • Starke Seilverformungen, wie Knicke, Kinken (Klanken), Abplattungen, Korbbildung, Heraustreten der Einlage oder andere Schäden, die zu einer Verformung des Seilverbandes führen
  • Bruch einer Litze
  • Lockerung der äußeren Lage in der freien Länge, • Quetschungen in der freien Länge, • Quetschungen im Auflagebereich der Öse mit mehr als 4 Drahtbrüchen bei Litzenseilen und mehr als 10 Drahtbrüchen bei Kabelschlagseilen, • Korrosion und Korrosionsnarben wie Lochfraß bei den Drähten oder Verminderung der Flexibilität des Seiles durch starke innere Korrosion, • Verschleiß um mehr als 10 % des Seildurchmessers , Verformung und/oder Risse in den Aufhänge- oder Endgliedern und/oder den Pressklemmen, • Verschleiß um mehr als 10 % an Aufhänge- oder Endgliedern, Haken, (Hakengrund, -breite und Öse um mehr als 5%), gegenüber dem Nennmaß, • Schädigung durch Hitze, die durch Anlaufverfärbung der Drähte, Verlust an Schmierstoff oder • Grübchenbildung an den Drähten durch elektrischen Lichtbogen erkennbar wird, • Drahtbrüche, Konzentrationen gebrochener Drähte, drei oder mehr benachbarte Drahtbrüche in einer Litze oder bei der Anzahl der Drahtbüche auf einer Länge von 6 x Seildurchmesser oder 30 x Seildurchmesser gemäß Tabelle, • Drahtseile dürfen im Seilbereich nicht instand gesetzt werden. Einzelstränge an Anschlagseilen dürfen durch gleichwertige Seilstränge ausgetauscht werden.